Nächster Halt: Nachhaltige Logistik

  • null
Wasserstoffbetriebener Lkw von thyssenkrupp Plastics

Nächster Halt: Nachhaltige Logistik

Transportprozesse verursachen bis zu 20 % der weltweiten CO2-Emissionen. Neben dem Schienen- und Schiffsverkehr ist der CO2-Ausstoß, der durch Lieferverkehr auf unseren Straßen verursacht wird, ein wichtiger Faktor, um nachhaltiger zu wirtschaften. Für Unternehmen ist es demnach aller höchste Zeit, ihre Nutzfahrzeugflotten umweltfreundlicher zu gestalten. Hierbei geht es nicht nur um eine einfache Umstellung, sondern um komplexe Entscheidungen und langfristige Investitionen. Vereinfacht lässt sich das Ganze in zwei Worte zusammenfassen: Alternative Antriebe.

Nicht erst seit gestern setzt sich thyssenkrupp Materials Services als einer der weltweit führenden werksunabhängigen Werkstoff-Händler und -Dienstleister mit alternativen Antrieben auseinander. Doch besonders 2024 gab es gleich mehrere, spannende Fortschritte: Seit Januar werden die Straßen NRWs mit blauen Lkw befahren, die mit Wasserstoff (H2) betrieben werden. Statt üblichen Abgasen stoßen die H2-Motoren lediglich Wasserdampf aus. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Brennstoffzellen wandeln den Wasserstoff in Strom um, so dass keine direkten Emissionen entstehen. Und das macht richtig was aus: Durch die Umstellung von Diesel auf Wasserstoff können pro Lkw circa 40 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Lediglich der Bedarf an H2-Tankstellen entlang der Strecke muss berücksichtigt werden. Nicolas Neuwirth, Vorsitzender der Geschäftsführung von thyssenkrupp Plastics, sieht das als machbar an: „Düsseldorf und Umgebung ist der optimale Einsatzort für die neuen Fahrzeuge, da die Erreichbarkeit der nahegelegenen H2-Tankstellen gewährleistet ist. Ich freue mich sehr, dass wir mit unserem Logistikpartner ep-Group seit vielen Jahren einen kompetenten und leistungsfähigen Partner an unserer Seite haben, um nachhaltigen Transport zu ermöglichen.“

Auch in Großbritannien gibt’s klimafreundlicheren Zuwachs: Im Juni 2024 hat thyssenkrupp Materials UK seine nachhaltige Transportflotte um drei Lkw erweitert, die mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden. Der vollständig aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellte HVO-Kraftstoff (Englisch für „Hydrotreated Vegetable Oil“) verursacht bis zu 95 Prozent weniger CO2-Emissionen als herkömmlicher Diesel, ist extrem langlebig, biologisch abbaubar und lässt sich ohne spezielle Motoren nahtlos in bestehende Fahrzeuge integrieren. Klingt nach einem Rundum-sorglos-Paket, oder? Auf jeden Fall ist es aktuell die optimale Lösung für die Voraussetzungen in UK, daher soll langfristig die gesamte Flotte auf HVO umgestellt werden.

 

Auch in den USA rollt „Bio“ auf zehn Rädern. Hier wird auf erneuerbare Energien gesetzt. Ein Großteil der Lkw-Flotte in Kalifornien fährt bereits mit dem erneuerbaren Biodiesel R99, der, ähnlich wie HVO, ohne weitere Maßnahmen am Motor eingesetzt werden kann und erhebliche CO2-Einsparungen ermöglicht. Darüber hinaus werden weitere Lkw in Nordamerika mit Biogas betrieben, das aus organischen Abfällen gewonnen wird. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile: Zum einen geringere Schadstoffemissionen bei der Verbrennung. Zum anderen die Wirtschaftlichkeit durch niedrige Kraftstoffkosten und die Nutzung der vorhandenen Erdgasinfrastruktur. Und alle guten Dinge sind drei: Neben R99 und Biogas sind noch Hybrid-Lkw im Einsatz, die Verbrennungsmotoren mit Elektroantrieben kombinieren und mehr Flexibilität in Bezug auf Reichweite und Infrastruktur bieten.

 

thyssenkrupp Materials Services verfolgt einen breiten Ansatz, um die optimalen Lösungen für die jeweiligen Bedingungen auszuloten. Hierbei setzen wir auf verschiedene Technologien, die wir in Pilotprojektentesten und auf die jeweilige Infrastruktur angepasst sind. Ziel ist es, sowohl die eigenen CO2-Emissionen als auch die unserer Kunden nachhaltig zu reduzieren. Das besagt auch unsere Nachhaltigkeitsstrategie „BEYOND“, die sich an den internationalen ESG-Standards orientiert und darüber hinaus unsere Kunden aktiv bei der Erreichung ihrer Klimaziele unterstützt. Bis 2040 wollen wir unser net zero Ziel erreichen.